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Der Überfall auf Bad Wildbad
5. Seminar der RG 84 Saar für Polio-Betroffene und Angehörige 2018


Vor mehr als 650 Jahren war Wildbad Schauplatz eines tragischen Geschehens. Nachzulesen ist das Ereignis hier: https://www.bad-wildbad.de/650-jahre/ueberfall-im-wildbad-geschichte/. Heute ist das ganz anders. Das konnten 16 Mitglieder der Regionalgruppe 84 Saar feststellen, als sie in der Zeit vom 18. bis 21. Oktober 2018 zu dem fünften Betroffenen-Angehörigen-Seminar im Nordschwarzwald weilten. Es war mehr ein Überfall auf Bad Wildbad, denn ein Überfall in Bad Wildbad.

Da es in der Stadt keine Unterkunft mit ausreichender Anzahl von einigermaßen barrierefreien Zimmern und Tagungsräumen gab, wohnten wir in Höfen im Hotel Ochsen. Der Hausherr war sehr um uns bemüht und hat ohne große Umstände für zwei Teilnehmerinnen mobile Haltegriffe für die Duschen besorgt. Somit konnte hier das Sturzrisiko minimiert werden, was gut zu unserem Programmteil „Sturzprophylaxe“ als Vermeidung von Schmerzen durch Fallen passte. Aber der Reihe nach!

Der Donnerstagnachmittag diente dem Kennenlernen unseres Domizils und der Erläuterung der Ziele unseres Seminares. Selbstverständlich durfte ein Rückblick auf das vierte Seminar in Lobbach nicht fehlen.

Das Thema des Seminares 2018 lautete „Möglichkeiten der Schmerzbehandlung beim Post- Polio-Syndrom“. Dazu erhielten wir am Freitag, 19. Oktober, im Neurologischen Rehazentrum Quellenhof nach der Begrüßung im Kleinen Festsaal durch den Chefarzt Prof. Flachenecker viele Informationen und Anregungen. Die Physiotherapeutin Frau Krusche ging auf die unterschiedlichen Schmerzursachen und deren Therapie ein. Anschließend erläuterte Dr. med. Edgar Bauderer, Chefarzt, FA für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie in der Sana-Nachbarklinik, in sehr anschaulicher Art und Weise die medikamentöse Schmerzbehandlung. Positiv wurde registriert, dass nicht nur die Wirkstoffe, sondern auch beispielhaft Namen der Schmerzmittel benannt wurden. Nach so viel Wissensvermittlung war dSeminar2018 - im Tagungsraumringend eine Pause erforderlich. Dem Mittagessen folgte quasi als Verdauungsspaziergang eine kurze Klinikführung. Danach erfuhren wir in zwei Workshops, wie die Kunsttherapie helfen kann, Schmerzen zu lindern. Eine Gruppe versuchte sich im Malen, eine andere in der Musiktherapie. Ich habe mir sagen lassen, dass dort eine tolle Combo für Stimmung sorgte. Eigentlich waren wir danach alle müde und lauschten dennoch aufmerksam den Ausführungen von Frau Meißner, Leitende Neuropsychologin, zu Achtsamkeit und Schmerz. Ein besonderer Dank geht von meiner Seite an Herrn Schlegel von der Rolli-Abteilung. Er half einer unserer Teilnehmerinnen aus der Bredouille. Ihr Verladesystem im Auto hatte versagt, und sie bekam ihren schweren E-Rolli nicht aus dem Kofferraum. Mit einem Leihrolli vom Quellenhof wurde sie mobil gemacht

Der Samstagvormittag trug die Überschrift „Wohlfühlen, entspannen und genießen“. Frau Wendel, Wellness-Therapeutin, zeigte uns auf, was wir uns Gutes tun können – außerhalb der Schulmedizin. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann besser mit den Problemen des Alltages umgehen! Der Nachmittag gehörte Herrn Thiele. Er betreibt eine Fahrschule und Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung. Wir erfuhren, wie wir auch bei unserer fortschreitenden Erkrankung noch sicher mit dem Auto unterwegs sein können.

Und schon war unser letzter Tag angebrochen. Ricarda Kreutzer, Dipl. Sportwissenschaftlerin, Trainerin beim Behinderten- und Rehabilitationssportverband – um nur einen Teil ihres Betätigungsfeldes zu nennen – machte uns am Sonntagvormittag bezüglich Sturzprophylaxe fit. Sturzrisiko, Sturzvermeidung und keine Angst vorm Fallen waren ein Teil der Inhalte ihres Referates.

Ermöglicht hat  uns dieses Seminar die finanzielle Unterstützung der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, der BKK ZF & Partner, der IKK Südwest und der Knappschaft sowie private Spenden. Allen danke ich herzlich. Die Teilnehmer/-innen haben eine andere Sichtweise auf den Umgang mit Schmerzen gewonnen und das Gruppenleben hat neue Impulse erhalten. Beim allabendlichen Erfahrungsaustausch wurde intensiv darüber diskutiert. Die Rückmeldungen in der obligatorischen Schlussrunde am Sonntag waren durchweg positiv, und es wurde bereits der Wunsch einer Neu-Auflage für 2019 geäußert.

 

 Welt-Polio-Tag 2017

Aus Anlass des Welt-Polio-Tages am 28.10.2017 brachte der Aktuelle-Bericht des Saarländischen Rundfunks am 27.10. einen Beitrag zu  diesem Thema.  zum Beitrag

 

 

4. Seminar der RG 84 Saar für Polio-Betroffene und Angehörige 2017

Polio Seminar 2017

Fast schon ist es Tradition, dass die Verantwortlichen der RG 84 Saar für polio-betroffene Mitglieder und deren Angehörige ein Seminar planen und durchführen. So fand in diesem Jahr die 4. Auflage in der Zeit vom 19. bis 22. Oktober in Lobbach im Seminarhotel der Manfred-Sauer-Stiftung statt. Das Hotel wurde ausgewählt, da es komplett barrierefrei ist. Das diesjährige Thema war „Mobil trotz Kinderlähmung und der Spätfolgen“. Nicht zuletzt den Angehörigen sollte gezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt, Mobilitätseinschränkungen zu überwinden. Ihnen gelang es letztendlich auch beim ausgedehnten allabendlichen Erfahrungsaustausch besser zu verstehen, mit welchen Hürden sich bewegungseingeschränkte Personen  herumschlagen müssen. Die Erfahrung und die Rückmeldungen zeigen, dass in der Paarbeziehung wenig über die persönlichen Befindlichkeiten gesprochen wird.

Als Einstieg in das Seminar-Wochenende wurde ein Film über verschiedene Hilfsmittel (Rollstühle und Rollstuhlantriebe) und barrierefreies Reisen gezeigt. Der zweite Tag begann mit einem Vortrag über Ernährung, hier insbesondere Gewichtsreduktion bzw. Gewichthalten trotz zunehmender Immobilität. Am Nachmittag wurden wir über die Tricks der Taschendiebe, Haustürgeschäfte usw. aufgeklärt. Auch ein Hinweis auf die Internet-Kriminalität fehlte nicht. Der Vortrag sollte vor allem sensibilisieren und keineswegs Angst machen. Am nächsten Tag konnten wir uns bei einem Autoumrüster in Meckesheim über Fahrhilfen und Verladehilfen für Rollstühle informieren und die eine oder andere Variante testen. Nachmittags durften wir ausprobieren, wie kreativ wir sind. In der Kreativ-Werkstatt der Manfred-Sauer-Stiftung vergaßen wir beim Werkeln mit Speckstein und Malen mit Acrylfarben für kurze Zeit unsere Schmerzen und konnten entspannen. Manch künstlerische Ader wurde entdeckt. Am letzten Tag stellte sich Frau Dr. Ascheron unseren Fragen bzgl. Hilfsmitteln, Fahrtauglichkeit, Schmerzmitteln und vielem mehr.

Es war wieder ein gelungenes Seminar am verlängerten Wochenende. Es tut dem Gruppenleben gut.

Wir bedanken uns bei den Krankenkassen AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, pronovaBKK, BKK-ZF & Partner, Knappschaft und IKK Südwest, die durch ihre finanzielle Unterstützung dieses Seminar ermöglichten.

 

 

Das Fähnlein der sieben Aufrechten

 Mitglieder der RG 84 Saar zu Besuch auf der REHAB in Karlsruhe
Ulrike Jarolimeck

Bei unseren Gruppentreffen wurde der Wunsch geäußert, die REHAB in Karlsruhe zu besuchen. Alle zwei Jahre findet die Messe statt. REHAB Messebesucher aus SB2Dann kann man sich über aktuelle Trends der Reha-Technik, Innovationen der Hilfsmittelindustrie und neue Therapiemöglichkeiten informieren. Bei einer ersten Umfrage meldeten sich 12 Interessierte. Ich habe beim Fahrdienst für Behinderte in Saarbrücken einen Bus mit Fahrer gebucht, damit wir entspannt gemeinsam die Messe erreichen. Leider gingen nach und nach die Anmeldezahlen zurück – aus gesundheitlichen oder terminlichen Gründen. Letztendlich blieben sieben Personen übrig.

Pünktlich um 8 Uhr am Samstag, 13. Mai 2017, waren alle am verabredeten Abfahrtsort. Unser hilfsbereiter Fahrer verstaute einen Rollstuhl und die diversen Gehhilfen im Kofferraum eines Sprinters und die Fahrt konnte beginnen. Ohne Probleme oder Stau waren wir exakt um 10 Uhr zur Messe-Eröffnung am Haupteingang der Messe Karlsruhe. Für drei unserer Mitglieder hatte ich im Vorfeld E-Scooter reservieren lassen, damit sie ohne große Mühe durch die zwei Messe-Hallen gelangen. Das Scooterfahren war gleichzeitig ein Hilfsmitteltest und führte bei zwei Fahrerinnen zu dem Resultat, dass für ihre Bedürfnisse E-Scooter nicht das geeignete Hilfsmittel sind.

Von großem Interesse bei uns Messe-Besuchern war das Thema „Mobilität“. Daher wurden die Messestände von Orthesen-, Rollstuhl- und Treppenlift-Herstellern bevorzugt angesteuert. Des Weiteren konnten wir uns bei Auto-Umrüstern über die Möglichkeit von Fahrhilfen und RoRE HAB - Stand des Landesverbandes Baden-Württembergllstuhlverlade-Systeme informieren.

Von den zahlreichen Selbsthilfe-Ständen war natürlich der Stand des Landesverbandes Baden-Württemberg des Bundesverbandes Poliomyelitis e. V. eine Anlaufstelle für uns. Margrit Marte und ihr Team hatten gut zu tun und konnten die Besucher mit vielen Informationen versorgen.

Der Vormittag ging schnell vorüber und die wohlverdiente Mittagspause konnten wir bei herrlichem Wetter im Freigelände genießen und ein erstes Resümée ziehen. Die unterschiedlichen Angebote waren auf den ersten Blick verwirrend, das Gedränge anstrengend.

Gestärkt und ausgeruht machten wir uns nochmals auf den Weg durch die zwei Messehallen. Vollgepackt mit Informationen in unseren Köpfen und in Papierform in unseren Taschen machten wir uns gegen 15.30 Uhr wieder auf die Heimfahrt nach Saarbrücken. Diese Fahrt verlief genauso staufrei wie die Hinfahrt, und wir waren erleichtert, dass wir nach dem Marathon durch die Messehallen chauffiert wurden. Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Fahrer.

Der Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen bei einem Italiener in Saarbrücken aus. Gesprächsstoff hatten wir nach diesem Tag mehr als genug. Spätestens um 21 Uhr waren alle wieder zuhause und freuten sich auf einen erholsamen Sonntag.

 

 

Projekt “Deckel gegen Polio”

Seit Mitte des Jahres 2016 beteiligte sich die RG 84 Saar an dem Projekt „Deckel gegen Polio“

www.deckel-gegen-polio.de

Einige Gruppenmitglieder sammelten bei Getränkemärkten, Supermärkten, Behörden und zahlreichen Privatpersonen Plastikdeckel (hauptsächlich Schraubverschlüsse aus Kunststoff) ein und brachten sie zu Zwischenlagern in drei Wertstoffhöfen saarlandweit.

Durch einen entsprechenden Presseartikel in der Saarbrücker Zeitung wurden auch verschiedene Schulen auf das Projekt aufmerksam. So hat z. B. die Gemeinschaftsschule in Güdingen daraus ein fächerübergreifendes Projekt über drei Monate durchgeführt und hierbei mehr als 85 000 Deckel gesammelt.

Innerhalb eines halben Jahres konnten fast 20 sogenannte Big Bags gefüllt werden. Ein Big Bag wiegt knapp 200 kg, d. h. wir haben ca. 4 000 kg wertvolle Kunststoffe gesammelt. Der Erlös für ein Kilo reicht aus, ein Kind in der dritten Welt gegen Polio zu impfen.

Kinder sammeln für Aktion "Deckel gegegen Polio"
Seminare 2014 - 2016

Das erste Seminar für Polio-Betroffene und deren Angehörige fand 2014 in Bad Sooden-Allendorf in der Klinik Hoher Meißner statt.
Im Folgejahr waren wir in Bad Wildbad in der Klinik “Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof” und im Jahr 2016 in der Schwarzwaldklinik in Bad Krozingen.

Ziel war es, Betroffenen und ihren Angehörigen gleichermaßen Hilfestellung bei der Bewältigung der Folgen der Polio-Erkrankung anzubieten.

Seminar

 

        Regionalgruppe 84 - Saar  

        Beerenfeldstr. 29a,  66133 Saarbrücken                                                                       

         Telefon:  0681 81 11 97

        E-Mail: info@polio-selbsthilfe-saar.de